Stillprobleme

Die Form der Brustwarzen

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Es gibt verschiedene Brustwarzen Formen, die evtl. das Stillen beeinträchtigen können.

Flachwarzen = Brustwarzen die bei Stimulation oder Kälte nicht hervorstehen oder sich nicht aufrichten
Hohlwarzen = eingezogene Brustwarzen die sich beim Zusammenpressen des Warzenhofes eher zurückziehen als hervorstehen

Um die Brustwarzen auf das Stillen vorzubereiten, gibt es die Möglichkeit vor der Schwangerschaft sogenannte Brustwarzenformer oder Brustschilder zu tragen. Zu bekommen in Ihrer Mutter und Kind Apotheke .
Sie sollten ab dem 5. Monat tagsüber regelmäßig unter dem Büstenhalter getragen werden. Nachts wird pausiert. Beim tragen übt so der BH Druck auf die Former aus, wodurch das Ausrichten der Brustwarzen unterstützt wird. Man sollte darauf achten, dass der BH ausreichend groß ist, ansonsten kann der Druck sonst zu stark sein und Schmerzen verursachen.

Wunde Brustwarzen

Nach der Geburt ist eine Reizung der Brustwarzen durch das regelmäßige Stillen zunächst normal, durch die jetzt regelmäßig stark beanspruchte Haut. Leichte Schmerzen beim Stillen sind deshalb nicht ungewöhnlich, sollten aber noch gut erträglich sein. Sollten die Brustwarzen nach einigen Wochen immer noch wund und empfindlich sein, kann es dafür verschiedene Ursachen geben.

Das können Sie tun
Auf der wunden Brust einige Tropfen Muttermilch eintrocknen lassen und anschließend Heilwolle in den BH einlegen, zur Förderung des Heilungsprozesses. Damit ist jedoch die Ursache nicht beseitigt. Deshalb versuchen Sie die Anlegetechnik zu verbessern, indem Sie Ihr Baby Bauch an Bauch zu sich legen. Kitzeln Sie die Unterlippe des Kindes mit der Brustwarze. Das löst beim Baby einen Reflex aus und es öffnet seinen Mund ganz weit. Führen Sie dann das Kind so zur Brust, dass die Brustwarze in der Mitte des Mundes ist. Das Kind sollte so nicht nur die Spitze der Brustwarze erfassen, sondern möglichst viel vom Warzenhof im Mund haben.
Wichtig: Immer das Kind zur Brust und nicht die Brust zum Kind führen. So vermeiden Sie verkrampfte Fehlhaltungen und Rückenschmerzen. Probieren Sie auch andere Stillpositionen aus, dadurch werden alle Bereiche der Brust und der Brustwarze beansprucht.

Milchstau

Spannen der Brust und harte, schmerzhafte Stellen, können auf einen Milchstau hindeuten. Dieser entsteht durch gestaute Milch in einem oder mehreren Milchgängen. Kann die Milch nicht abfließen, kommt es zu einer erhöhten Bakterienkonzentration. Der Körper reagiert mit Fieber und der Produktion von weißen Blutkörperchen. Ein Milchstau kann auftreten, wenn sich z. B. der Stillrhythmus des Babys verändert hat. Das Baby schläft vielleicht durch und überspringt eine Mahlzeit. Aber auch ein zu enger Still-BH oder das Anlegen des Kindes in der gleichen Position kann zu einem Milchstau führen.

Das können Sie tun
Die Milch muß abfliessen, da sonst der Erzündungsherd erhalten bleibt. Deshalb sollten Sie das Baby (auch wenn´s schwer fällt) zu Beginn der Mahlzeit an der schmerzhaften Brust anlegen. Der Unterkiefer des Kindes sollte in die Richtung zeigen, in der sich die harte Stelle befindet. Wenn die Schmerzen zu groß sind, können Sie die Brust etwas erwärmen und die gestaute Milch ausstreichen oder abpumpen. Bei heißen, geröteten Stellen auf der Brust können kühlschrankkalte Kühlpacks (Mutter und Kind Apotheke) aufgelegt werden.
Dann vor dem Stillen die Brust anwärmen, zur Erweiterung der Milchgänge. Anschließend kühlen damit sich die Milchgänge wieder zusammenziehen.

Spuckkinder

Haben Sie den Eindruck, dass Ihr Kind mehr ausspuckt, als es zu sich genommen hat? Dieser Eindruck trügt oft und solange Ihr Baby wächst und gedeiht ist das ganz normal (Speihkind, Gedeihkind). Bei manchen Babys ist der Ventilmechanismus, der den Magen zur Speiseröhre hin abschließt noch nicht eingespielt, so dass der Magen nach oben hin "undicht" ist. Gerade diese Kinder trinken oft über Ihren Hunger hinaus weiter und etwas zu viel. Sollte das Baby aber nicht ausreichend zunehmen und nicht wachsen, dann unbedingt beim Kinderarzt die Ursachen abklären lassen.

Das können Sie tun
Den Kopf des Babys etwas höher lagern als seinen Körper. Das kann den Drang zum Spucken etwas abmildern. Wenn die Milch beim Anlegen sehr stark spritzt und das Baby so zuviel Milch auf einmal trinkt, können Sie es nach dem Einsetzen des Milchspendereflexes kurz von der Brust nehmen und die erste Milch z. B. in ein Handtuch spritzen lassen. Danach erneut anlegen.

Blähungen

Die Bauchkrämpfe beginnen manchmal schon in den ersten Lebenswochen. Meistens aber im Laufe des zweiten Monats und verschwinden oft erst im vierten Lebensmonat. Jungen sind häufiger betroffen als Mädchen. Dem Bauch Ihres Babys wird kaum wieder so viel Aufmerksamkeit gewidmet wie in den ersten drei Monaten. Was die Schmerzen letztlich verursacht kann man nur vermuten. Bei Stillkindern hat die Ernährung der Mutter nur bedingt damit zu tun. Eine der Ursachen liegt vermutlich im Stoffwechsel der Säuglinge. Es fehlt ihnen ein Enzym das den Milchzucker spalten kann.

Erste Hilfe für den Babybauch
Kirschkernkissen, anwärmen und damit den Bauch kräftig massieren im Uhrzeigersinn. Damit wird die festsitzende Luft gelöst.
Windsalbe von Tamany kann vorbeugend ein paar mal am Tag aufgetragen werden
Bauchmassagen bei jedem Wickeln in allen Variatonen (Uhrzeigersinn)
Tragetücher bieten Nähe und Lindernung durch die spezielle Sitzhaltung Ihrs Säuglings.
Der Fliegergriff (Kind liegt mit dem Bauch auf dem Unterarm eines Elternteiles)
Kümmelzäpfchen (zu bekommen in Ihrer Mutter und Kind Apotheke)

Zu viel Milch

Zu viel Muttermilch kann auch zu einem Stillproblem werden. Keine Stilleinlage bewältigt diese Milchmengen. Saugt das Kind an, sprudelt es dermaßen, dass es nicht schnell genug schlucken kann und es verschluckt sich und spuckt ...
Auf die Dauer kann das ziemlich lästig sein.

Das können Sie tun

Zu wenig Milch

Kinder, die beim Stillen nicht richtig satt werden, wirken unzufrieden und wollen schon nach kurzer Zeit wieder gestillt werden. Wenn der Appetit des Babys größer ist, als das Milchangebot der Mutter, kann es z. B. sein, dass Ihr Baby gerade einen Entwicklungsschub durchmacht. Häufiges anlegen der Kinder wirkt milchanregend. Allerdings kann es auch andere Ursachen geben, sprechen Sie hierfür mit Ihrer Hebamme oder Stillberaterin.

Das können Sie tun
Bleiben Sie ruhig. Legen Sie das Baby häufig an, wenn möglich auch nachts. Wechseln Sie dabei die Stillpositionen, damit möglichst alle Bereiche der Brust stimuliert werden. Nach wenigen Tagen intensiven Stillens hat sich die Brust auf die gesteigerte Nachfrage eingestellt. Nicht zuviel Milchbildungstees trinken, sie können manchmal auch das Gegenteil bewirken. Trinken Sie ganz normal, wenn Sie durstig sind und stellen Sie sich während des Stillens ein Glas Wasser in Reichweite.