Bewegung und Sport

Dank zahlreicher Studien der letzten Jahrzehnte weiß man, dass sich Sport in einer komplikationsfreien Schwangerschaft eindeutig positiv auf die werdende Mutter und das Kind auswirkt.

Allein die Schwangerschaft ist für den weiblichen Organismus bereits ein Ausnahmezustand. Der Körper wird mit Hormonen überschwemmt und erbringt Höchstleistungen beim Bewältigen der Anpassungsprozesse. Doch der Deutsche Sportärztebund (DGSP) empfiehlt den Sport während der Schwangerschaft auf keinen Fall einzustellen, sondern der Schwangerschaft anzupassen. Wichtig ist jedoch: Sport treiben ohne Leistungsorientierung und Wettkampfambitionen. Sofern keine medizinischen Gründe dagegen sprechen und die Schwangerschaft ohne Komplikationen verläuft.
Moderates Training wirkt sich positiv auf Körper und Seele schwangerer Frauen aus. Typische Probleme, mit denen viele Schwangere zu kämpfen haben, wie Rückenprobleme, Wassereinlagerungen, Thrombosen oder Krampfadern lassen sich durch Sport lindern oder ganz vermeiden. Auch das Risiko, an Schwangerschaftsdiabetes zu erkranken, wird durch sportliche Aktivität reduziert. Die Frauen nehmen nicht übermäßig zu und erreichen nach der Schwangerschaft schneller ihr altes Gewicht wieder. Und auch die Psyche profitiert von dosierter körperlicher Betätigung: Sportlich aktive Schwangere fühlen sich wohler, sind ausgeglichener und leiden seltener an Depressionen, Schlafstörungen oder Ängsten. Auch Depressionen nach der Geburt sind bei ihnen seltener. Sport wirkt als Stressableiter und stärkt das Selbstvertrauen – auch in den eigenen Körper. Auch unter der Geburt können die Schwangeren davon profitieren. Sie benötigen weniger Schmerzmittel, weil sie belastbarer sind und den Schmerz besser ertragen können. Auch kommen bei ihnen seltener Saugglocke und Geburtszange zum Einsatz.

Wann Vorsicht geboten ist?

Trotz aller positiven Effekte sportlicher Betätigung gibt es eine Reihe von Gründen, die Sport während der Schwangerschaft ausschließen wie z.B.:

  • Herz- und Lungenerkrankungen
  • Mehrlingsschwangerschaften unter dem Risiko vorzeitiger Wehen
  • ein verkürzter Gebärmutterhals oder eine Muttermundschwäche
  • erhöhter Blutdruck infolge der Schwangerschaft
  • Diabetes
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • starkes Unter- oder Übergewicht
  • bei Vorangegangenen Früh- oder Fehlgeburten
  • bei Blutungsneigung und Neigung zu vorzeitigen Wehen

Empfohlene Sportarten in der Schwangerschaft

Sofern der Gynäkologe grünes Licht gegeben hat, eignen sich für Schwangere insbesondere sanfte Ausdauersportarten wie Schwimmen, Wandern, Nordic-Walking, Skilanglauf oder Radfahren. Die gleichmäßige Kreislaufbelastung sorgt für eine gute Durchblutung und beugt einer übermäßigen Gewichtszunahme vor. Insbesondere Schwimmen oder Aquagymnastik sind bei Schwangeren besonders beliebt, denn im Wasser belastet nur noch ein Zehntel des Körpergewichts ihre strapazierten Gelenke. Und das kühle Nass hat noch einen positiven Nebeneffekt, denn der Wasserdruck beugt Wassereinlagerungen (Ödemen) vor. Die Wassertemperatur sollte allerdings nicht unter 20°C und nicht über 35°C liegen. Sehr geeignet sind außerdem Gymnastik oder Schwangeren-Yoga. Die beim Yoga vermittelten Atemtechniken können außerdem bei der Geburt sehr nützlich sein.