Preudokrupp (Krupphusten)

Der Pseudokrupp ist nicht zu verwechseln mit dem sogenannten "echten" Krupp. Der "echte" Krupp bezeichnet eine Entzündung des Kehlkopfs bei Diphtherie, die lebensgefährlich sein kann. Dank der Impfungen gegen Diphterie ist diese so selten geworden, dass der Begriff Krupp in der Alltagssprache häufig als Synonym für den Pseudokrupp verwendet wird.

Pseudokrupp (Krupphusten, Pseudo-Krupp) ist eine akute Infektion, die durch verschiedene Arten von Viren hervorgerufen wird. Klassisches Symptom von Pseudokrupp ist ein anfallsartig auftretender Husten, der oft mit Atemnot einhergeht.

Folgende Viren können vor allem die oberen Atemwege befallen:
Parainfluenza-Viren
Influenza-(Typ A oder B)Viren
RS-, Rhino-, Adeno- und Metapneumoviren
Seltener Masern-, Windpocken-, Herpes-simplex und Epstein-Barr-Viren

Sie führen dazu, dass die Schleimhäute in Hals, Nase und Rachen erheblich anschwellen.
Dadurch treten neben dem typischen Krupphusten Symptome wie Heiserkeit, Schnupfen und ein generelles Unwohlsein auf. Wie bei anderen Erkrankungen richten sich auch bei Pseudokrupp Therapie und Prognose nach der Schwere der Infektion. In den meisten Fällen heilt der Pseudokrupp von alleine wieder aus. In schweren Fällen ist eine Behandlung im Krankenhaus notwendig.

IM HERBST UND WINTER HÄUFIGER PSEUDOKRUPP

Kinder im Alter zwischen 18 Monaten und drei Jahren sind am häufigsten von Pseudokrupp betroffen. Etwa zehn Prozent aller Kinder erkranken einmal in ihrer Kindheit daran. Jungs sind etwas häufiger betroffen als Mädchen. Krupphusten bei Erwachsenen hingegen ist sehr selten.

Symptome:
Das klassische Symptom bei Pseudokrupp ist der trockene und bellende Husten, der sogenannte Krupphusten. Er tritt meistens nachts auf. Wissenschaftler vermuten als Ursache für diese nächtliche Häufung den Tiefstand des im Körper produzierten Cortisols zwischen 24 und vier Uhr nachts. Dieses Hormon übt eine Abwehrfunktion gegenüber Entzündungen aus. Außerdem leiden Kinder nachts oft an akuter Atemnot (akuter Pseudokrupp-Anfall). Atemnot kann aber auch über Tag langsam zunehmen.

Weitere Symptome die bei Pseudokrupp auftreten können:
Fieber
Heiserkeit
Schwierigkeiten beim Einatmen mit pfeifenden oder "quietschenden" Atemgeräuschen (inspiratorischer Stridor)
allgemeines Krankheitsgefühl
Schwäche

Wenn die Atemnot sehr stark ist, dann ist in der Regel keine ausreichende Sauerstoffversorgung im Körper mehr gewährleistet. Erstes Anzeichen des Sauerstoffmangels ist ein angestrengtes Atmen mit starken und sichtbaren Bewegungen des Brustkorbs, wobei sich unter Umständen kleine Gruben in den Rippenzwischenräumen (Interkostalräumen) bilden können (Einziehungen). Nach einiger Zeit kommt es außerdem zur Blaufärbung von Fingerspitzen und Lippen (Zyanose). Die Atemnot führt zusätzlich zu Angst und Unruhe bei den Kindern, wodurch sich die akuten Symptome wiederum verstärken. Außerdem kommt es zu einer Beschleunigung des Pulses (Tachykardie).

Der Pseudokrupp entwickelt sich meist in Folge einer Erkältung, deswegen werden auch Symptome wie Schnupfen und normaler Husten im Anfangsstadium der Infektion zu den Symptomen von Krupphusten gezählt.

PSEUDOKRUPP-STADIEN

Anhand der auftretenden Symptome lässt sich Pseudokrupp in vier verschiedene Stadien einteilen:

1. Phase: Typischer bellender Pseudokrupp-Husten, heisere Stimme
2. Phase: Atemgeräusche beim Einatmen, Einziehen des Brustkorbs bei der Einatmung
3. Phase: Atemnot, erhöhter Pulsschlag, Angst, blasse Gesichtsfarbe
4. Phase: Starke Atemnot, flacher und schneller Puls, Atemgeräusche bei Ein- und Ausatmung, Blaufärbung der Haut, Bewusstseinsstörungen

Je nach individuellen gesundheitlichen Voraussetzungen kann sich die Erkrankungsdauer bei Pseudokrupp in einem zeitlichen Rahmen zwischen zwei Tagen und zwei Wochen bewegen. In Einzelfällen kommt es auch über einen längeren Zeitraum immer wieder vereinzelt zu einem Krupp-Anfall.

Ansteckung
Viren können beim Husten, Sprechen oder Niesen in kleinsten Speicheltröpfchen durch die Luft übertragen werden (Tröpfcheninfektion). Deswegen ist Krupphusten ansteckend. Generell kann eine Pseudokrupp-Ansteckung aber auch über infizierte Gegenstände wie Gläser oder benutzte Taschentücher erfolgen. Achten Sie daher bei Pseudokrupp verstärkt auf Hygiene und vermeiden sie nach Möglichkeit, dass Ihr erkranktes Kind mit anderen Kindern zusammenkommt.

Verhalten beim Pseudokrupp Anfall:
Kühle Luft am offenen Fenster oder draußen einatmen
Kühle Getränke trinken
Beruhigen Sie Ihr Kind, denn Angst verstärkt die Symptome

ACHTUNG!

Wenn ein starker Pseudokrupp-Anfall mit Symptomen wie blasser Haut, Atemnot, Herzrasen und Angst auftreten sollte, rufen Sie sofort den Notarzt!