Hautkrankheiten

Neurodermitis

Neurodermitis (atopisches Ekzem, atopische Dermatitis oder endogenes Ekzem) ist eine häufige Hauterkrankung aus der Gruppe der Atopien (mit Allergien assoziierte Krankheiten).
Trockene Haut mit zeitweise starkem Juckreiz ist typisch, das Krankheitsbild kann aber je nach Patient und Alter sehr unterschiedlich verlaufen. Im Säuglingsalter zeigt sie sich vor allem an den Wangen als Rötung, manchmal mit gelblich-bräunlichen Krusten, aber auch an Armen und Beinen oder am Körper (Rumpf). Ab dem zweiten Lebensjahr treten die Veränderungen meist als trockene Stellen an Ellbeugen und Kniekehlen sowie am Nacken und an den Handgelenken auf. Oft kommen deutliche Kratzeffekte bis zu blutenden Hautläsionenvor.
Die Ursache ist noch weitgehend unbekannt, wahrscheinlich spielen mehrere Faktoren zusammen auf Basis einer erblichen Veranlagung. Mit zunehmendem Lebensalter kann eine deutliche Besserung der Erkrankung eintreten, ein Teil der Patienten kann aber eine andere Erkrankung des atopischen Formenkreises (z.B. Asthma) entwickeln.

Etwa 2,5 Prozent der Bevölkerung sind betroffen, Schulkinder bis zu 10 Prozent. Neurodermitis ist keine Allergie, da es im Regelfall keine klaren auslösenden Allergene gibt wie beispielsweise beim allergischen Asthma.

Die Ernährung der Mutter während der Schwangerschaft hat keinen Einfluss auf den Verlauf einer Neurodermitis, sehr wohl aber die Ernährung der Mutter während der Stillzeit und die Ernährung des Säuglings während des ersten Lebensjahres. Rauchen während der Schwangerschaft und Stillzeit gilt als Risikofaktor, ebenso klimatische Bedingungen und psychische Faktoren.
Allergien in der Familie spielen eine Rolle, häufiger betroffen sind Kinder in kleineren Familien (ein oder zwei Kinder), Kinder älterer Mütter und aus höheren sozialen Schichten. Es gibt Hinweise darauf, dass das seltenere Auftreten von Infektionserkrankungen in den ersten Lebensjahren das Immunsystem in Richtung Allergie verlagert und so die Zunahme atopischer Erkrankungen fördert.
Symptome
Im Vordergrund stehen der zeitweise starke Juckreiz und oftmals sehr trockene Haut. Im Säuglingsalter kommen vor allem an Wangen und am behaarten Kopf, bei Schüben am ganzen Gesicht und Rumpf Rötungen mit Bläschen und Krusten vor. Durch das Kratzen kommt es zu entzündlich-nässenden Ekzemen mit Kratzspuren. Bei Kindern sind typischerweise Ellbeugen und Kniekehlen sowie der Nacken betroffen. Die Erkrankung verläuft meist schubweise, Auslöser sind psychische Belastungen, Wetterveränderungen, Reaktionen auf Waschmittel oder Nahrungsmittel, wie z.B. Nüsse, Milch etc. Eine Besserung ist oft bei Klimawechsel (Gebirgsklima über 1.500 m oder Meeresklima) möglich.
BEHANDLUNG
Der oft sehr starke Juckreiz selbst kann durch Maßnahmen wie Kälte (feuchte Umschläge mit zum Beispiel schwarzem Tee oder Zinnkraut), Verwendung von rückfettenden Cremes und durch juckreizstillende Medikamente gelindert werden. Auch bestimmte durchblutungsverändernde Umschläge etwa mit Tannosynt ® helfen gut.
Verwenden Sie Kleidung aus Baumwolle und achten Sie darauf, dass die Raumtemperatur nicht zu hoch ist. Eine Möglichkeit zur Abkühlung ist eine mit Eiswürfeln gefüllte Blumenspritze. Außerdem ist spezielle Bekleidung mit Silberfäden erhältlich, die die Entzündungsreaktion günstig beeinflusst.

Das kann helfen bei Neurodermitis

  • Cremen und Salben (z.B. Ultrabas/Ultrasicc) mit einer fettigen Grundlage für die tägliche Basispflege der Haut
  • Salben mit einer speziellen Fettgrundlage (z.B. Nachtkerzenölsalbe oder Mandelölsalbe) bei sehr trockener und rissiger Haut mit Rötungen, eventuell auch feuchte Umschläge bei nässender Haut
  • Kortisonfreie entzündungshemmende Salben bei stärkerem Juckreiz und beginnenden Schüben
  • Cardiospermum; Die Pflanze Cardiospermum hat eine kortisonähnliche Wirkung und lindert den Juckreiz. Es sind keine wesentlichen Nebenwirkungen bekannt
  • Harnstoffhaltige Cremes helfen bei der Behandlung trockener Haut. Sie verbessern die Fähigkeit der Haut, Wasser zu binden, lindern den Juckreiz und sind gut verträglich
  • Juckreizstillende Medikamente: Vor allem abends kann die Verwendung von Antihistaminika als Tropfen (z.B. Fenistil) den Juckreiz lindern. Umschläge mit kühlem Schwarztee oder Gerbstoffen (Phenol-Methanalharnstoff) können ebenso gut helfen

Pilzerkrankungen

Lokale Pilzinfektionen sind im Säuglingsalter nicht selten und üblicherweise durch den Candida-Pilz ausgelöst. In der Windel herrscht ein feuchtes, warmes Milieu, welches ideale Bedingungen für das Wachstum von Pilzen schafft. Man erkennt diesen Pilz entweder an einem weißlichen Belag auf den Schleimhäuten, meist an der Zunge oder an einem Ausschlag im Windelbereich, wo sie kleine rundliche Rötungen verursachen können.
Die infizierte und entzündete Haut wird mit speziellen Cremes behandelt. Besteht gleichzeitig ein Befall der Mundschleimhaut, muss auch dort mit einem Gel behandelt werden. Sonst gelangen immer wieder Erreger durch den Magen-Darm-Trakt in den Windelbereich und verursachen erneut Symptome.
Stillende Mütter sollten daran denken, die Brustwarzen mit zu behandeln, da hier sonst eine mögliche Reinfektionsquelle bestehen bleibt.
Lassen Sie die Babys beim Wickeln möglichst lange ohne Windel liegen oder föhnen Sie den Po.
Eine Infektion mit anderen Hautpilzen ist bei sonst gesunden Kindern sehr selten. In Frage kommen beispielsweise Kopfhautpilz, Nagelpilz oder vor allem der Fußpilz, der natürlich später in Schule und Kindergarten lauern kann. Für alle diese Fälle gibt es sehr gut wirksame Medikamente.

Grindflechte (Impetigo)

Impetigo ist ebenfalls eine ansteckende Hautinfektion, die entweder von den Bakterien Streptokokken oder auch den Staphylokokken verursacht wird. Eintrittspforten sind häufig kleine Verletzungen. Die Grindflechte verbreitet sich besonders in Kindergärten oder Kindergemeinschaftseinrichtungen. Häufig sind Gesicht, Arme und Beine betroffen.
Einige Tage nach Ansteckung bildet sich ein rötlicher Ausschlag mit gelblichen Krusten. Die Grindflechte wird mit antibiotischen Salben behandelt, selten sind auch Antibiotika zum Einnehmen notwendig.
Wegen der Ansteckungsgefahr müssen die Kinder bis zur Gesundung zuhause bleiben. Erklären Sie Ihrem Kind, wie und warum sich die Krankheit ausbreitet und warum jetzt Händewaschen besonders wichtig ist!

Die Krankheit wird durch unmittelbaren Kontakt übertragen. Die Erreger können sich auch auf Handtüchern, Kämmen, Spielzeug oder anderen Alltagsgegenständen befinden. Benutzen Infizierte und Gesunde diese Gegenstände gemeinsam, kommt es zur Übertragung der Bakterien.

Zwei bis fünf Tage nachdem sich das Kind angesteckt hat, entstehen auf der Haut Fleckchen, auf denen sich Bläschen und Pusteln entwickeln. Wenn diese platzen, entwickelt sich auf den Wunden gelblicher Schorf (typische "honiggelbe Krusten"). Meist treten die charakteristischen Hautschäden zuerst im Gesicht auf, besonders um Mund und Nase. Der Ausschlag juckt.

Normalerweise wird Grindflechte mit Salben behandelt, die Antibiotika enthalten und auf die Haut aufgetragen werden. Bessert sich die Krankheit nach vier bis fünf Tagen nicht, kann der Arzt Antibiotika zum Einnehmen verschreiben. Ein vorzeitiges Abbrechen der Therapie führt möglicherweise dazu, dass die Bakterien resistent werden, die Antibiotika also nicht mehr wirken.
Hygienische Maßnahmen spielen eine entscheidende Rolle und müssen die medikamentöse Behandlung begleiten. Waschen Sie Ihre Hände und die Ihres Kindes regelmäßig mit Wasser und Seife und desinfizieren Sie anschließend die Hände. Achten Sie bei Ihrem erkrankten Kind und bei sich selbst auf kurz geschnittene Fingernägel. Kochen Sie Handtücher und Bettwäsche möglichst aus. Berühren Sie die Wunden Ihres Kindes nicht ohne Handschuhe! Versuchen Sie zu verhindern, dass sich Ihr Kind an den wunden Stellen kratzt, auch dann, wenn sie stark jucken. Die Bakterien verbreiten sich durch Berührung und Kratzen.

Warzen

Warzen sind Wucherungen der Haut, die meist durch Viren (HPV) hervorgerufen werden. Die Zeit von der Infektion bis zum Wachstum der Warzen kann zwischen einem Monat und mehr als einem Jahr liegen. Die Empfänglichkeit für Warzen ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.
An Händen und Füßen sind es raue Knötchen, die oft mittig kleine schwarze Punkte aufweisen. An der Fußsohle werden sie zu schmerzhaften Stechwarzen. Am Körper treten die Warzen oft als kleine Erhebungen auf. In der Genitalregion können Feigwarzen entstehen.
Therapie
Warzen verschwinden oft von selbst. Zum Einnehmen oder Auftragen kann Thuja-Extrakt verwendet werden. Darüber hinaus gibt es Warzentinkturen, die das Hautgebilde wegätzen. Zur Anwendung muss man die gesunde Haut rund um die Warze abdecken. Warzen können auch operativ entfernt oder mittels Kälte abgetötet werden. Vermeiden Sie eigene chirurgische Maßnahmen! Es besteht die Gefahr, dass Viren freigesetzt werden und sich neue Warzen bilden.
Vorbeugung
In öffentlichen Einrichtungen Turnschuhe bzw. Badeschuhe tragen. Gegen Genitalwarzen ist eine Impfung (HPV-Impfung) möglich.

Dellwarzen (Mollusken, Mollusca contagiosa) sind vor allem bei Kindern weit verbreitet – aber auch Erwachsene können betroffen sein.

Die gutartigen Warzen können einzeln, aber auch gehäuft auftreten. Charakteristisch ist ihre Beschaffenheit: Mollusken sind hautfarben bis rötlich, meist stecknadel- bis erbsenkopfgroß und in der Mitte eingedellt – aufgrund letzterer Eigenschaft haben sie den Namen Dellwarzen erhalten.
Ausgelöst werdenDellwarzen durch ein Virus namens Molluscipoxvirus. Das Virus ist sehr ansteckend und kann sich zum Beispiel über gemeinsam benutzte Handtücher oder Kleidung verbreiten. Besonders leicht gelangen die Erreger bei aufgeweichter Haut in den Organismus – etwa im Schwimmbad. Daher nennt man Dellwarzen manchmal auch Schwimmbadwarzen.

Nach der Infektion mit dem Molluscum-contagiosum-Virus vergehen einige Tage bis Monate, bis sich die ersten Dellwarzen bilden. Kinder bekommen Mollusken oft im Gesicht, am Hals, an den Augenlidern, im Genitalbereich und in den Achseln. Der Arzt erkennt Dellwarzen meist bereits anhand ihres typischen Aussehens.
In der Regel besteht die Therapie darin, die Mollusken mit dem sogenannten scharfen Löffel unter örtlicher Betäubung oder Vollnarkose abzutragen oder sie anzuritzen und auszuquetschen.
Alternativ ist es zum Beispiel auch möglich, Dellwarzen mit einer Kaliumhydroxidlösung zu bestreichen oder sie zu vereisen.